Sien

Dorf mit PhantaSien

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Angel Club Sien e.V. Fred Schwickert
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Freiwillige Feuerwehr Andreas Schuck (Wehrführer)
Fürst-Dominik-Str. 5
Tel.: 06788 228
Förderverein FFW Sien Arne Stibitz
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Sportverein “Rot-Weiß” Sien Christian Hahn
In der Hohl 15
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Fördervein Kindertagesstätte Sien Michaela Böhm
Im Winkel 4, 55758 Sienhachenbach
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Kath. Kirchenchor Sien Rita Hampel
In der Hohl 10
Telefon: 06788-259
Ev. Kirchenchor Sien Sigurd Schmidt
Fürst-Dominik-Straße 2
Telefon: 06788-7315
Sienerwind Musikanten Daniel Bourgiugnon
Neuer Weg 25
Telefon: 06788-970846
Sien-aktiv
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Kirnerstr. 37
Telefon: 0171-5820217

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Rudolf Herz GmbH & Co. KG
Omnibusse, Reiseunternehmen
In der Hohl 21, 55758 Sien
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Hoch- und Tiefbau – Steinbruch
Tel.: 06788 9797 0
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Müller Präzisionswerkzeuge GmbH
Fürst-Dominik-Straße 44, 55758 Sien
Tel.: 06788 9798 0
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mueller-sien.de
 Hans Schuck GmbH & Co KG
Fürst-Dominik-Str. 5, 55758 Sien
Betonsteine, Marmor, Granit, Grabsteine
Tel.: 06788 801
Fax.: 06788 7308
E-Mail: schuck-sien@t-online.de
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– mit Bistro –
Post-Service Backshop Getränke
Zeitungen/Zeitschriften Lotto-Annahmestelle
Schärfdienst-Service Propangas
Fürst-Dominik-Str. 2, 55758 Sien
Tel.: 06788 325
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Fürst-Dominik-Str. 12, 55758 Sien
Zimmerei und Bedachung
Tel.: 06788970546
Fax: 06788 970547
E-Mail: marco.greulach@t-online.de
Massage – Gemeinschaftspraxis
Wilfried Hahn und André Arend
Fürst-Dominik-Stra. 14, 55758 Sien
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Praxis für Podologie
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Tel.: 06788 265
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podoaid.com
Raiffeisenbank “Nahe” e.G.
Geschäftsstelle Sien,
Raifeisenstraße 8, 55758 Sien
Tel.: 06788 369
Fax: 06788 1258
E-Mail: info@rb-nahe.de
Raiba in Sien
Geschenkeladen
Kerstin Jakoby
Im Winkel 3, 55758 Sien
Tel.: 0160-1151420
E-Mail: geschenkeladen.sien@web.de
geschenkeladen-sien.de/
Das Gartenhaus – Das kleine Gartencafé
Lore Hahn
In der Hohl 4, 55758 Sien
Tel.: 06788 970543 gartenhaus-sien.de
Frau Dr. med. Regina Schmitt
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Schulstr. 4, 67742 Lauterecken
Tel.: 06382334200
Fax: 063829942028
Zweigpraxis Sien
Neuer Weg 8
Tel.: 06788 9706495
Sprechzeiten:
Di.: 16.00 bis 18.30 Uhr
Fr.: 10.30 bis 13.30 Uhr

Neuzeit

Die Französische Revolution von 1789 läutete das Ende der Fürstenherrlichkeit in dem kleinen salmkyrburgischen Fürstentum, zu dem Sien gehörte, ein. Die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wurden von den Revolutionstruppen in das in viele Einzelstaaten zersplitterte Deutschland getragen. Bis an das linke Rheinufer erstreckte sich bald die ‘Republique francaise’. In Sien wurde am 10. März 1798 der Freiheitsbaum errichtet. Jetzt waren auch die Siener keine Leibeigenen mehr, sondern freie französische Staatsbürger. Die Güter des letzten salm-kyrburgischen Fürsten Friedrich III., Dominiks Neffe, der bereits 1794 in Paris unter dem Fallbeil gestorben war, wurden eingezogen und meistbietend versteigert. Auch sein Siener Jagdschloss bekam einen neuen, bürgerlichen Besitzer. 16 Jahre währte die französische Zeit (1798-1814), in der Sien zu einer ‘Mairie’ für die umliegenden Gemeinden erhoben wurde.Die neu zu Frankreich gekommenen Gebiete diesseits des Rheins wurden nach französischem Muster in Departements, Arrondissements und Kantone eingeteilt. Sien, in salm-kyrburgischer Zeit Sitz einer Amtsschultheißerei, wurde zu einer ‘Mairie’, d.h. zu einer Bürgermeisterei erklärt. Sie bestand aus den Ortschaften Sien, Sienhachenbach, Oberreidenbach, Dickesbach, Kefersheim, Illgesheim, Hoppstädten, Ober- und Unterjeckenbach. Die Mairie Sien gehörte zum Kanton Grumbach, zum Arrondissement Birkenfeld und zum Saar-Departement mit dem Hauptort Trier.
Sien blieb auch nach den Befreiungskriegen, als es zum kleinen sachsen-coburgischen Fürstentum Lichtenberg mit dem Hauptort St. Wendel zugeordnet wurde, Bürgermeisteramt und auch nach der übernahme des Gebietes durch die Preußen 1834. Zur Bürgermeisterei Sien gehörten in sachsen-coburgischer Zeit die Ortschaften Sien und Sienerhöfe, Sienhachenbach, Schmidthachenbach, Mittel- und Oberreidenbach, Weierbach, Dickesbach, Zaubach, Kefersheim, Wickenhof, Ehlenbach, Wieselbach, Kirchen-, Mittel- und Nahbollenbach. In dieser Zusammensetzung blieb die Bürgermeisterei Sien auch in preußischer Zeit bestehen, in der auch das “Amtshaus” gebaut wurde. Mit den neuen Landesherren setzte allmählich ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Höhepunkt fand und im Volksmund mit dem Begriff ‘das Goldene Zeitalter Siens’ treffend umschrieben wird.Viele Häuser städtischen Charakters und auch die neugotische katholische Kirche, mit deren Errichtung 1892 das Simultaneum endete, sind noch heute Zeugen des damaligen Wohlstands.

 

 

ehemaliges Kaufhaus Nick (links) und katholische Kirche

 

 

 

 

Durch den Amtssitz bedingt, entwickelte sich in Sien im 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Hohe Steuereinnahmen, eine rege Bautätigkeit sowie eine ansteigende Bevölkerungszahl legten Zeugnis davon ab. 1838 errichtete die evangelische Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln ein neues Schulhaus. 1871 zählte Sien um 600 Einwohner, von denen etwa 70 jüdischer Abstammung waren. Im Dorf gab es 2 Kaufhäuser, 2 Metzgereien, 2 Bäckereien, 3 kleinere Läden und 4 Gasthäuser sowie eine Brauerei. Außerdem waren eine größere Strickerei, eine Ziegelei und ein Bauunternehmen hier ansässig. Auch zahlreiche Handwerker wie Schneider, Schuster, Schreiner, Anstreicher, Wagner und Schmied fanden in Sien ihr Auskommen. Die Gemeindefinanzen erlaubten 1868 den Bau eines neuen katholischen Schulhauses, 1889 den Bau eines Arzthauses. Die Dorfstraßen wurden durchgehend gepflastert, die Beleuchtung durch neue Laternen verbessert. Eine moderne Feuerspritze und eine Dampfdreschmaschine wurden angeschafft, 1902 die Dorfbrunnen durch eine moderne Wasserleitung ersetzt. Weithin bekannt war Sien durch seine Kram- und Viehmärkte an Oster- und Pfingstdienstag. Noch größeren Zuspruch fand der ‘Michelsmarkt’ im Herbst. An diesen Tagen standen Buden und Stände vom Ortseingang an bis hinauf zur ‘Hohl’ zu beiden Seiten der Dorfstraße. Auf dem Platz an der ‘Pump’ wechselten Schweine und Rindvieh den Besitzer. Händler und Besucher kamen in Scharen von überall her.
Seit der Wende zum 20. Jahrhundert aber geriet Sien vor allem durch den Bau der Nahe- und Glantaleisenbahnen allmählich ökonomisch ins Abseits. Als Folge dieser Entwicklung musste 1909 der Sitz der Amtsbürgermeisterei an Weierbach abgegeben werden. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und die Einrichtung des Truppenübungsplatzes Baumholder im Jahre 1938, wodurch fast 4000 Menschen ihre Heimat verlassen mussten und Sien einen Großteil seines Hinterlandes einbüßte, trugen weiter dazu bei, dass der Ort seinen nicht unbedeutenden wirtschaftlichen und politischen Rang verlor, den er auf regionaler Ebene durch Jahrhunderte innehatte. Die einst gut besuchten Kram- und Viehmärkte schliefen ein und die Einwohnerzahlen gingen kontinuierlich zurück.

Heute, am Beginn des 21. Jahrhunderts, spielt Sien wie im gesamten Jahrhundert zuvor im hiesigen Raum politisch noch immer eine nur untergeordnete Rolle, was sich nicht zuletzt in seiner geographischen Randlage in der Verbandsgemeinde Herrstein und im Kreis Birkenfeld, wozu es verwaltungsmäßig gehört, widerspiegelt. Die wirtschaftliche Abwärtsentwicklung allerdings wurde durch die Ansiedlung von modernen Industriebetrieben aufgefangen, so dass Sien heute zumindest in dieser Hinsicht wieder ein wenig vom Glanz seines Goldenen Zeitalters zurückgewonnen hat.
Auch die kleine Jüdische Gemeinde in Sien erlebte im 19. Jahrhundert ihre Blütezeit, was sich architektonisch im Bau einer Synagoge um 1845 ausdrückte (Das Bild links zeigt die Synagoge in einem Zustand des Verfalls, nachdem die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder schon so stark zurückgegangen war, dass die Synagoge nicht mehr genutzt werden konnte).
Doch trotz der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung entschlossen sich damals zahlreiche Siener, ihren Heimatort für immer zu verlassen und vor allem in Amerika ihr Glück zu suchen (Tabelle: Auswanderer). Erste schriftliche Zeugnisse für einen dauerhaften Aufenthalt von Juden in Sien stammen aus dem 18. Jahrhundert. In einem auf den 28. März 1760 datierten ‘Verzeichnis deren in dem hochfürstlichen salm-kyrburgischen Ort Syen unter hochfürstlichem Schutz wohnenden Juden’ werden die Namen von 5 jüdischen Haushaltsvorständen aufgeführt. 1808 wurden in Sien 42 jüdische Personen gezählt. Ihren zahlenmäßig höchsten Stand erreichte die Jüdische Gemeinde Sien im Jahre 1852 mit 72 registrierten Einwohnern. Die gesamte Einwohnerzahl von Sien betrug damals 530. Der jüdische Bevölkerungsanteil machte damals also über 13 Prozent aus. Tagelöhner, Metzger, Krämer, Viehhändler oder ganz allgemein Handelsmann sind die Berufsbezeichnungen, die wir in Urkunden immer wieder für Siener Juden antreffen. Siener Handelsjuden waren als Schrott-, Leinen- und Hanffaserhändler unterwegs. Die überwiegende Mehrheit aber betätigte sich als Viehhändler. Als solche waren sie weithin bekannt. In dem Maße, wie die Zahl der jüdischen Bevölkerung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunahm, ging er in der zweiten Hälfte wieder zurück. 1895 wohnten nur noch 36 jüdische Personen in Sien, 1925 gar nur noch 10. Die letzten 6 in Sien wohnenden Juden wurden 1942 von den Nazis deportiert und ermordet.
Vor allem im 19. und 20. Jahrhundert waren es zwei Familien, zwei Familiendynastien, aus denen sich die Jüdische Gemeinde Sien überwiegend zusammensetzte: die Familie Rothschild und die Familie Schlachter. Natürlich gab es immer wieder auch andere jüdische Familiennamen in Sien. Aber es waren zumeist die Töchter dieser beiden Familiengeschlechter, die durch Heirat neue, fremde Namen wie Kaufmann, Stern, Stricker oder Herz nach Sien brachten. Nur noch wenige Zeugnisse jüdischer Kultur, darunter der jüdische Friedhof, ein kleines Kellerquellenbad (Mikwe) und das Geschäftsbuch eines jüdischen Viehhändlers, erinnern heute an die ehemalige Jüdische Gemeinde.

Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt finden wir den Ort Sien in der sogenannten Adalbert-Urkunde von 1128, worin es heißt, dass der Mainzer Erzbischof Ruthard das Kloster Disibodenberg – wohl zu dessen wirtschaftlichen Absicherung – mit einer Hufe Land in Sien bedacht hat ( … et in Sinede hubam).

In dieser Urkunde bestätigt Erzbischof Adalbert von Mainz (1109-1137) dem Kloster Disibodenberg die Schenkungen seiner Vorgänger im Bischofsamt. Die Schenkung der Hufe (etwa 30-60 Morgen Land) in Sien erfolgte wohl um 1108, als dort am Zusammenfluss von Nahe und Glan mit dem Bau eines neuen Benediktinerklosters begonnen wurde, nachdem das alte im 10. Jahrhundert zerstört und von den Mönchen verlassen worden war. Wiedergegeben ist die Adalbert-Urkunde im Kopialbuch des Klosters Disibodenberg, das im Staatsarchiv zu Darmstadt aufbewahrt wird.

Im Laufe seiner Geschichte wurde Sien neben Sinede u.a. auch Synede, Synde, Syende, Siende und Syne genannt, bis es schließlich zur heute gebräuchlichen Ortsbezeichnung Sien kam.
Erbteilungen und Fehden führten zu einer immer größeren Aufsplitterung des ehemals einheitlichen gaugräflichen Besitzes. So fiel Sien bei einer Erbteilung 1112 den Grafen von Veldenz zu, ebenfalls Nachfahren der Emichonen. Seit dem 13. Jahrhundert war Sien sogar zweigeteilt. Der eine Teil Siens gehörte den Grumbacher Wildgrafen, ab 1375 den Kyrburger Wild- und Rheingrafen, der andere Teil aber den Grafen von Loon (im heutigen Belgien gelegen), Nachkommen der Mainzer Stiftsvögte und Präfekten und damit wohl auch Erben des Mainzer Kirchengutes in Sien. Die Grafen von Loon, die im ausgehenden 13. Jahrhundert auf ihrem Teil von Sien eine Wasserburg errichteten, belehnten 1325 den Ritter Kindel von Sien mit Burg und halbem Dorf Sien und weiteren, nicht unbeträchtlichen Gütern. ‘Festes hus’ wird diese kleine Wasserburg in den Urkunden genannt. Am 28. September 1504 wurde sie im bayerischen Erbfolgekrieg zerstört und nie wieder aufgebaut. Nur der ehemalige Burgbrunnen ist noch vorhanden. In der Schloßstraße wurde eine Gedenktafel angebracht. Im übrigen erinnern die Flurnamen ‘Schlosswies’ und ‘Am Weiher’ noch heute an die ehemalige Burg. Der Ortsteil, wo sie einst gestanden hat, heißt zwar offiziell ‘Sienerhöfe’, im Volksmund wird aber immer nur vom ‘Schloss’ gesprochen und ihre Bewohner werden ‘die Schlösser’ genannt. 1334 traten sie allerdings die Oberlehensherrlichkeit ihrer Siener Herrschaft an die Dhauner Wildgrafen ab. Ein Schriftstück, in dem der Graf von Loon seine Siener Getreuen vom Treueschwur entbindet, den sie ihm geleistet hatten, hat folgenden Wortlaut:“Wir, Ludwig, Graf von Loon und Chiny, entbieten unseren Gruß und unsere Liebe unseren geliebten Treuen und Erben der Burg und Festung zu Synde mit allen, die dazugehören. Ihr werdet schon wissen, dass wir das besagte Landstück (feudum) mit allen Rechten, mit denen dieses Landstück von uns gehalten wird, gegeben und übertragen haben dem uns blutverwandten Adligen, unserem geliebten Herrn Johannes, Wildgraf zu Dhaun. Insofern wir ihm besagtes Lehensgut anvertrauen, müsst Ihr besagtem Graf und seinen gräflichen Erben zu Dhaun pflichtgemäß den Treueschwur leisten und ihm von besagtem Gut her gehorchen, so wie Ihr uns gehorcht habt. Wir aber lösen Euch für immer von der Treueverpflichtung, die Ihr uns wegen des besagten Gutes schuldig wart und bezeugen dieses mit diesem Schriftstück, das auf der Rückseite unser eigenes Siegel trägt.”
Eine Belehnungsurkunde gibt Auskunft über Umfang und Besitztum dieser Herrschaft. Demnach bestand das Lehen aus Burg und halbem Dorf Sien, halbem Dorf Sienhoppstädten, dem Kirchensatz und den Zehnten von Sien, den Zehnten von Sienhoppstädten, Schweinschied, Selbach, Reidenbach, Ober- und Niederhachenbach. 1431 starben die Siener Ritter im Mannesstamm aus. Schonetta von Siende, eine Nichte des letzten ritterlichen Lehensherrn, brachte durch Heirat mit Reinhard von Sickingen das Siener Lehen an die Herren von Sickingen, deren berühmtester Spross ihr Enkel Franz von Sickingen war. Schonetta von Siende war der letzte Spross des Rittergeschlechtes derer von Sien. Sie war in erster Ehe mit Ritter Hermann Boos von Waldeck verheiratet, der aber in jungen Jahren starb. Der Sohn aus dieser Ehe erbte Teile von Dickesbach und Schmidthachenbach aus dem Siener Lehensgut. 1449 ging sie mit Reinhard von Sickingen die zweite Ehe ein, aus der ihr Sohn Schwicker von Sickingen hervorging, der spätere Vater von Franz von Sickingen. Sie starb am 1. Januar 1483 in Kreuznach.In einer Aufzeichnung blieb ihre Grabinschrift erhalten:
“Hie lit frau Schönheit von Siente, welche verschieden am heiligen Jahrestag 1483.” Ihre Gebeine wurden in den Wirren der Reformationszeit von Kreuznach nach Ebernburg, dem Hauptsitz der Sickinger, überführt. Damit verliert sich ihre Spur.
In Sien haben die Sickinger um 1560 ihr zu Gedenken einen Stein errichtet, der erhalten geblieben ist und sich heute in der evangelischen Siener Pfarrkirche befindet. Der Stein zeigt neben dem zentralen Wappen der Familie Sickingen auf der einen Seite das Allianzwappen der Familien Sien und Arendal, auf der anderen das Allianzwappen der Familien Nackheim und Sponheim. Die Gedenkschrift auf dem Epitaph lautet:
“Drabold vo Siende, ein son des Kindel vo Siende ritter, margaretha eine geborene vo Nackheim sein ehegemahl, frau Schönheit vo Siende ir dochter des edlen und ehrenhaften Reinhard vo Sickingen ehegemahl, die letzt vo Siende, der Gott genad.”
über 300 Jahre blieben die Bewohner der einen Hälfte von Sien nun leibeigene Untertanen der Sickinger, mit der Verpflichtung zum Frondienst und zur regelmäßigen Abgabe des Zehnten.

Zeit der Franken

Der heutige Ort Sien ist eine Gründung germanisch-fränkischer Siedler, die sich nach dem Untergang des Römischen Weltreiches hier niederließen.Dafür spricht schon der Ortsname, der wahrscheinlich auf das althochdeutsche Wort ‘sinithi’ (Weideplatz) zurückgeht. Da die Siener Pfarrei als eine der älteren in der Umgebung anzusehen ist, zählt der Ort wohl zu den frühesten fränkischen Siedlungsgründungen in der Zeit zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert nach Christus. Zudem bildete Sien den Mittelpunkt eines bereits für 970 n. Chr. bezeugten Hochgerichts und Lehens der salischen Kaiser an die Emichonen, Gaugrafen im Nahegau, die sich später Wild- und Raugrafen nannten.

Der Nahegau war in mehrere Verwaltungsbezirke eingeteilt, die man Hochgerichte nannte. Die Grenze des ‘Hochgerichtes auf der Heide’, wie das Hochgericht zu Sien bezeichnet wurde, führte vom Daubhaus bei Grumbach durch den Bilstergraben (heute ein Steinbruch) den Schwindsbach hinab bis zum Glan, verlief glanaufwärts bis Niederalben, dann die Steinalb hinauf zum Sterlenborn in der Winterhauch bei Wieselbach, dann weiter zum Kirchturm im Dorf Breungenborn, folgte nun dem Lauf der Wüstlautenbach bis zur Nahe oberhalb von Oberstein, ging dann die Nahe abwärts bis zum Hachenfelsen, wandte sich jetzt über die östliche Anhöhe des Reidenbachtales nach Süden zum Hollenstein zu, überquerte den Antesbach bei den Antesmühlen, lief durch den Wald ‘Breinert’ an Otzweiler vorbei zum Welschröther Hof, von dort nördlich an Hundsbach vorbei über den Schwarzenberg zum Langenstein vor Bärweiler, zog sich dann über das Höhenköpfchen durch den Hundsbacher Wald nach Löllbach, um über den südlichen Höhenrücken entlang des Jeckenbachs am Windhof vorbei wieder zu ihrem Ausgangspunkt Daubhaus zurückzukehren.

Das Hochgericht umfasste also ein weites Gebiet (18 650 ha) zwischen Nahe und Glan mit insgesamt 50 Ortschaften, von denen allerdings einige später untergegangen sind. Auf der Heide bei Sien wurde mindestens einmal im Jahr Gericht gehalten “über Hals und Halsbein, Dieb und Diebin und ungerechte Leute”. Der Graf oder der Schultheiß als Stellvertreter des Königs und 14 Heideschöffen sprachen Recht. Heute erinnern noch die Siener Flurnamen ‘Königswäldchen’ und ‘Galgenberg’ an die damaligen Richtstätten.

Zeit der Römer

Auch für die römische Zeit (2.- 4. Jhdt. n. Chr.) ist eine Besiedlung der Siener Gemarkung durch zahlreiche Fundstücke belegt. Als eines der bemerkenswertesten Siener Zeugnisse aus dieser Epoche gilt eine gut erhaltene Säule aus hellem Sandstein. Vermutlich gehörte sie zur Porticusvilla eines römerzeitlichen Gutshofes.

Die 1973 gefundene Säule ist aus einem einzigen Steinblock gedreht (Monolith). Mit Kapitell und Abacus erreicht sie eine Höhe von etwa 2 m. Der Durchmesser des sich nach oben hin leicht verjüngenden Schaftes beträgt ca. 36 cm. Die Säulenoberfläche ist, dem Charakter des Sandsteins entsprechend, rau. Lediglich oberhalb des Säulenfußes und unterhalb des Halsringes befindet sich jeweils eine eingedrehte feine Rille. Im Ganzen handelt es sich wohl um ein Exemplar im toskanischen Stil.

Heute trägt die römerzeitliche Sandsteinsäule das kleine Vordach über dem Eingang am Turm der evangelischen Kirche in Sien.

Zeit der Kelten

Erste Besiedlungsspuren der Siener Gemarkung reichen zurück bis weit in vorchristliche Zeit hinein. Hunderte von Hügelgräbern in zwei ausgedehnten Nekropolen sind ein deutlicher Beweis dafür. Die Bestattung der Toten unter Grabhügeln gehörte zur Kultur der damals hier ansässigen keltischen Treverer. Zu den bedeutsamsten Funden aus einem von zwei archäologisch untersuchten Hügelgräbern zählt eine Schnabelkanne aus Ton. Zur Ausstattung keltischer Fürstengräber der Zeit um 400 v. Chr. (Latène A) gehören etruskische Schnabelkannen aus Bronze – Kostbarkeiten, die sich nicht jedermann leisten konnte. Sie sollten den Kelten auch im Jenseits als Weinkannen beim festlichen Mahl dienen. In den Gräbern der einfachen Bevölkerung sind nur einheimische Produkte, meist aus Ton, als Grabbeigaben anzutreffen. In keinem Grab – zumindest im Gebiet der mittleren Nahe – wurde eine tönerne Imitation dieser etruskischen Bronzeschnabelkannen gefunden, obwohl die archäologische Wissenschaft einen solchen Fund für längst überfällig hielt. Die im Jahre 1972 in Sien aus einem keltischen Kriegergrab geborgene Tonschnabelkanne schloss diese Fundlücke. Dabei ahmte der einheimische Töpfer nicht einfach sklavisch das etruskische Vorbild nach, sondern gab dem 29 cm hohen Gefäß auf der Drehscheibe eine durchaus eigenständige künstlerische Form.

Das Original befindet sich heute im Landesmuseum Trier, jeweils eine Kopie im Birkenfelder Heimatmuseum und in Sien.